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Vorwort.

Zweck der tollenden Einleitung in Tertullians Leben und Schriften ist, die Lebensumstände dieses Autors aus den zuverlässigen Quellen zu erheben. Als solche können einzig und allein seine eigenen Schriften gelten: Denn außer Hieronymus hat uns sonst niemand Nachrichten darüber aufbehalten. Von diesen sind aber einige offenbar falsch, da sie sich mit Tertullians eigenen Angaben nicht reimen lassen, haben aber trotzdem auf die bisherigen Darstellungen großen Einfluß ausgeübt und üben ihn noch aus zum Schaden der Sache, so daß man sagen kann, die Lebensumstände und damit der wahre Charakter des Mannes sind bisher nicht genügend erkannt und dargestellt worden.

Eine richtige Datierung und Bewertung seiner Schriften ist ferner nicht möglich ohne stete Berücksichtigung der gleichzeitigen Profangeschichte wegen der häufigen Beziehungen, die darin auf Ereignisse und Personen der Gegenwart gemacht werden. Es war also notwendig, dieselbe mit einiger Ausführlichkeit und möglichster Genauigkeit vorzuführen, weil ohne dies eine richtige Auffassung vieler und wichtiger Äußerungen Tertullians unmöglich ist.

Was die Anordnung der einzelnen Schriften betrifft, war man bemüht, sie so zu treffen, daß der geistige Entwicklungsgang des Verfassers zur Anschauung gebracht werde. Im ganzen mußte dabei also die Zeit der Abfassung maßgebend sein, und in dieser Hinsicht stütze Ich mich auf meine langjährige Beschäftigung mit Tertullian. Daneben sind sie, so gut sich das machen läßt, |pvi nach ihrer inhaltlichen Verwandtschaft zusammengestellt und gruppiert. Auf diese Weise entsteht von den Wandlungen, welche Tertullian im Laufe von rund dreißig Jahren durchgemacht hat, ein vollständiges Bild und werden dieselben besser begreiflich.

Daher ist für die zu übersetzenden Schriften folgende Reihenfolge gewählt worden: 1) Schriften, welche die Person Tertullians selber betreffen; 2) Schriften, welche aus seiner Tätigkeit als Lehrer der Katechumenen hervorgegangen sind; 3) diejenigen, welche durch die Christenverfolgungen seiner Zeit veranlaßt wurden, 4) die dogmatischen und 5) die polemischen Schritten, welche letztere durch seine Stellung als Haupt der Montanisten in Karthago ihm abgenötigt wurden.

Die neue Wiener Ausgabe der Schriften Tertullians wurde, soweit sie erschienen ist (Band I erschien im Jahre 1890, Bd. III 1906, Bd. II fehlt noch), neben der Oehlerschen benutzt. Die in der Übersetzung innerhalb der einzelnen Kapitel sich vorfindenden Absätze (Alineas) sind von mir behufs leichterer Übersichtlichkeit angeordnet.

Bonn, im September 1912.

Der Übersetzer: H. Kellner.


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Übersetzt von Heinrich Kellner, 1912/1915.  Übertragen durch Roger Pearse, 2002.


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